Studienfahrt Prag 2007
Copernicus-Gymnasium PhilippsburgPRAG
Macht man einen Stadtrundgang durch die tschechische Hauptstadt Prag so wird man schnell merken,dass diese Stadt viele Kunstgebäude usw enthält.Prag wurde vom 2.Weltkrieg verschont und ist durch seine bekannten Gebäuden, Kirchen usw ein sehr beliebtes Reiseziel für Touristen.Die Baustile in Prag sind sehr vielfältig. Man findet romanische, gotische, Renaissance-, barocke, Rokoko-, klassizistische, Jugendstil- und kubistische Gebäude, Kirchen, Türme oder andere Bauwerke und Artefakte.Prag ist also sehr vielfältig in seinen Baustilen.Das Eine kann man als wahre Kunst sehen,was andere wiederum als vollkommen kitschig empfinden.Das ist dann von Menshc zu Mensch unterschiedlich ,denn jeder hat seine eigene Meinung über die Bauwerke.Eine Sehenwürdigkeit ist z.B. die Karlsbrücke. Insbesondere im Barock wurden auf der Brücke zahlreiche Heiligenfiguren errichtet, von Matthias Bernhard Braun und der Familie Brokoff.Am östlichen Ende der Brücke steht der Altstädter Brückenturm mit den etwas mehr als lebensgroßen vollplastischen Sitzfiguren von Kaiser Karl IV. und seinem Sohn Wenzel IV. sowie den Heiligen Veit, Adalbert und Sigismund an der stadtseitigen Durchfahrt. Der Figurenschmuck wurde erst in den 80er Jahren des 14. Jahrhunderts angebracht. Ursprünglich war auch die Westseite des Turmes verziert. Sie zeigte wohl ein von Karl und seiner Gemahlin Elisabeth von Pommern flankiertes Madonnenbild, doch wurde dies durch den Beschuss der Schweden im Dreißigjährigen Krieg zerstört und daraufhin entfernt.Die Karlsbrücke ist eine der ältesten erhaltenen Steinbrücken Europas und bildet zudem eine Freilichtgalerie barocker Skulptur.Auf ihr befinden sich ca 30 Skulpturen.Sie hat eine Länge von 516 Metern und eine Breite von etwa 9,50 Metern. Ihre 16 Brückenbögen ruhen auf 15 Pfeilern.Eine andere Sehenswürdigkeit wiederum ist das Nationaltheater in Prag.Das Gebäude im Stil der Neurenaissance wurde vom Josef Schulz 1885 bis 1890 projektiert und gebaut. Das Vorderfront ist über 100 m lang und über eine Rampe erreichbar.Hier ist der Stil der Neurenaissance gut erkennbar und es lohnt sich es anzuschauen.Steht man vor ihm hat meine einen wunderschönen Ausblick auf den Wenzelsplatz mit der Statue des heiligen Wenzels.Ein anderer Ort , den man besichtigen sollte ist der Altstäfter Ring. Das historische Rathaus, die Teynkirche, die Hussitenkirche St. Niklas in der Altstadt, das Palais Kinský, das Haus „Zur Steinernen Glocke“ und andere sehenswerte Gebäude umgeben den Platz. Inmitten des Altstädter Rings steht das Denkmal für Jan Hus. In den Kellern der Häuser, welche diesen Platz umgeben, sind romanische und gotische Grundmauern zu finden. Darauf stehen Renaissance- Barock- und Rokokohäuser.Ein anderer Baustil ,nämlich der gotische Baustil kann man beim Veitsdom in Prag sehen.Er wurde ab dem Jahr 1344 auf Anweisung Karls IV. erbaut, als auch Prag zum Erzbistum erhoben wurde, doch reicht die Geschichte des Baus bis in das 10. Jahrhundert zurück. Er ist die größte Kathedrale Prags und Tschechiens: 124 Meter lang und 33 Meter hoch, das Querschiff ist 60 Meter breit. Der Hauptturm ragt 99 Meter in die Höhe und bietet einen überwältigenden Blick auf die Stadt Prag.Ein bedeutendes Exemplar der Jugendstilbaukunst ist das Gemeindehaus. Genau an diesem Ort stand bis zu Beginn des letzten Jahrhunderts der alte Königspalast, in dem die tschechischen Herrscher im 14. und 15. Jahrhundert wohnten, bis sie wieder in die Prager Burg umzogen. Das wunderschöne Gebäude beherbergt heute Konzertsäle, Restaurants, Geschäfte und Büros. Doch nicht nur die äußere Fassade, auch das Innere ist beeindruckend: Stuck, Holzvertäfelungen, Marmortreppen- und Säulen und die vielen verspielten Dekorationselemete lassen den Besucher staunen.
Rockszene Prag
In Prag gibt es neben den eben genannten Jazz-Clubs auch eine lebendige Rockszene, die sich bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion hauptsächlich im Untergrund abspielte und erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs eine Öffnung erfuhr. Die Prager Rockszene ist dem nach zu großen Teilen noch sehr National geprägt. Der Internationale Einfluss wächst allerdings stätig, so das sich in Prag eine International Repressentative allerdings noch mit starkem nationalen Bestandteilen durchsetzte Szene entwickelt hat. Ein Club der die Szene über all die Zeit bis heute begleitete ist der Club 007 Strahov, dessen Geschichte bis ins legendäre Jahr 1969 reicht. Aus dem ehemaligen Underground Club hat sich das Strahov zu einem ansähnlichen Liveclub entwickelt, dessen umfangreiches Programm, weit über bloße Rock ‘n’ Roll Musik hinaus, von Jungel über Punk bis HipHop alles anbietet was das Herz begehrt.Als klassische Anlaufstelle für Rockfans bietet sich im Prager Zentrum natürlich auch das örtliche Rockcafé an, das in der Zeit unseres Aufenthaltes mit der amerikanischen Hardcore Band Pro-pain aufwartet. Das Programm spricht für Weltoffenheit, neben dem amerikanischen Headliner kommen die Vorbands aus Ungarn, Frankreich, Holland und natürlich Tschechien selbst.
Alles in allem lässt sich sagen, das Prag ein reichhaltiges Musikangebot das für alle Geschmäcker etwas zu bieten hat. Hier kommt Nationale und Internationale Top Bands aller Couleur zusammen und machen die Musikszene Prags zu einer der umfangreichsten der Welt, ohne dabei auf Tradionelle Elemente zu verzichten. Weitere Prager Clubs mit vornehmlich Rockmusik sind:-Das Batalion Hard Rock Café im Prager Zentrum. Das Musikangebot umfasst Funk, Rock, Jazz und Latin.
-Das Futurum in Prag 5, das neben Liveacts (wie z.B. den deutschen Chartstürmern von Nevada Tan) hauptsächlich Musik der 80iger und 90iger auflegt.
-Das Futurum in Prag 5, das neben Liveacts (wie z.B. den deutschen Chartstürmern von Nevada Tan) hauptsächlich Musik der 80iger und 90iger auflegt.
- Die Rockbar UZI
- den Metal-Schuppen Hell’s Bells in Prag
Mischa Vollmann
Kafka und Prag
Franz Kafka wurde 1883 in Prag geboren und starb 1924 in Kierling bei Wien.
Wenn von Prag die Rede ist, kommt gleich der Bezug zu Franz Kafka.
„Kafka war Prag und Prag war Kafka. Nie war es so vollkommen typisch Prag gewesen und nie mehr sollte es dies sein wie zu Kafkas Lebzeiten.“ (Johannes Urzdil).
Tatsächlich verließ Kafka Prag nur selten. Er bewegte sich meist in einem engen Radius und er machte oft Spaziergänge bevorzugt in der Gegend um die Karlsbrücke herum. Er beschäftigte sich intensiv mit der Geschichte seiner Stadt und kannte jede Statue der Karlsbrücke und deren Geschichte. Sein Wissensdurst war immens. Kafka kannte seine Stadt, aber er war anfangs den wenigsten Bürgern von Prag bekannt. Ihn verband eine Hassliebe zu seiner Stadt. Er nannte sie oft „als Mütterchen mit Krallen“, obwohl sie ihm eine große Inspirationsquelle war.
„Prag und abermals Prag. Es ist die surrealistische Realität sämtlicher Bücher Kafkas und der potenzierte Grundriss seines Werkes.“ (Hugo Siebenschein).
Valeria Friedrich
Václav Havel
Václav Havel [ (* 5. Oktober 1936 in Prag) entstammt einer einflussreichen Prager Großbürgerfamilie. Sein Vater, der ebenfalls Václav hieß, ließ u.a. den berühmten Lucerna-Vergnügungskomplex in der Nähe des Prager Wenzelsplatzes und die Prager Filmstudios Barrandov erbauen.
Mit der Machtergreifung der Kommunisten im Februar 1948 wurde die Familie enteignet. Der junge Václav durfte nach Beendigung der Schulpflicht 1951 keine weiterführende Schule besuchen. Er arbeitete als Assistent in einem Chemielabor und schloss seine sekundäre Ausbildung in einer Abendschule ab. Nebenbei arbeitete er als Taxifahrer, um sich die Abendschule zu finanzieren.
Aus politischen Gründen an keiner geisteswissenschaftlichen Fakultät zugelassen, begann er 1954 ein Wirtschaftsstudium, das er aber nach zwei Jahren abbrach.
Nach zwei Jahren Militärdienst wurde er Bühnentechniker in zwei kleinen Prager Theatern, dem Divadlo ABC und dem Divadlo na zábradlí (Theater am Geländer). In letzterem wurden auch seine ersten Stücke wie etwa Das Gartenfest aufgeführt. Seit seinem 20. Lebensjahr schrieb Havel Artikel für Literatur- und Theaterzeitschriften. Seine in der Tradition des absurden Theaters stehenden Stücke und seine Artikel prägten die Atmosphäre, die 1968 zum Prager Frühling führte, entscheidend mit. Berühmte Theaterstücke Havels aus dieser Zeit sind etwa Das Memorandum (1965) oder Erschwerte Möglichkeit der Konzentration (1968), das aus der Abschlussarbeit seines Fernstudiums an der Theaterfakultät in den Jahren 1962–1966 hervorgegangen war. 1967 auf dem IV. Schriftstellerkongress in Prag erregt Havel erstmals politisch Aufsehen, als er die Zensur und die Absurdität des Machtapparates der kommunistischen Partei öffentlich kritisierte.
In der Zeit der so genannten „Normalisierung“ nach der Niederschlagung des Prager Frühlings durch die Truppen des Warschauer Pakts trat Havel immer wieder öffentlich gegen das Regime unter Präsident Gustáv Husák auf und war 1977 einer der drei Hauptinitiatoren der Charta 77.
In dieser Zeit wurde Havel dreimal verhaftet und verbrachte insgesamt etwa fünf Jahre im Gefängnis. Literarisches Zeugnis dieser Zeit sind die Briefe an Olga, also an seine Frau Olga Šplíchalová, die er 1956 kennengelernt und 1964 geheiratet hatte und die bis zu ihrem Tod 1996 seine Gefährtin war. Havels Gefängnisstrafen wurden erst 1983 nach internationalen Protesten ausgesetzt, als Havel erkrankte und daraufhin in ein öffentliches Krankenhaus entlassen wurde. Offiziell hieß es, dass der Strafvollzug aus Gesundheitsgründen ausgesetzt wurde.
Nach 1968 hatte Havel in der Tschechoslowakei Aufführungs- und Publikationsverbot. Seine Werke wurden in dieser Zeit aber fast vollständig im Rowohlt-Verlag in Deutschland publiziert. 1989 wurde ihm der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen. Am 20. Jahrestag (15. Januar 1989) der Selbstverbrennung von Jan Palach wollte Havel an einer Gedenkveranstaltung teilnehmen und wurde wegen Rowdytums als Wiederholungstäter zu 9 Monaten verschärfter Haft verurteilt. Als er dann den Friedenspreis in Frankfurt am Main entgegen nehmen sollte, durfte er nicht ausreisen. Der Schauspieler Maximilian Schell verlas seine vorbereitete Rede.
Havel war eine der zentralen Figuren in der zunächst hauptsächlich von Studenten und Künstlern getragenen Samtenen Revolution. Schon zuvor hatte er in den 1980er Jahren, als das politische Klima etwas liberaler wurde, die Petition „Einige Sätze“ (Několik vět) mitinitiiert. Nun wurde er zum führenden Vertreter des während der Revolution (am 19. November 1989) gegründeten Bürgerforums Občanské fórum (OF). Der Umbruch war praktisch besiegelt, als Havel als Kandidat des Bürgerforums am 29. Dezember 1989 von den – bis dahin kommunistischen – Vertretern der Föderalversammlung zum Präsidenten der Tschechoslowakei gewählt wurde. In dieser Funktion führte er das Land zu freien Wahlen am 5. Juli 1990, wurde er als Präsident vom neuen Parlament bestätigt.
In den nächsten Präsidentenwahlen am 3. Juli 1992 bekam Havel von den Abgeordneten nicht mehr genügend Stimmen und trat zurück, obwohl er nach damaliger Verfassung das Amt noch 3 Monate nach dem Ende seiner Amtszeit hätte ausüben können. Der Grund dafür war vor allem, dass er sich für eine Beibehaltung des gemeinsamen Staates und gegen Nationalismus ausgesprochen hatte (es fehlten ihm vor allem Stimmen der slowakischen Abgeordneten).
Nach der Trennung von Tschechischer und Slowakischer Republik im Januar 1993 wurde Havel am 26. Januar 1993 mit großer Mehrheit zum Präsidenten der Tschechischen Republik gewählt. Am 20. Januar 1998 wurde er in seinem Amt bestätigt. Am 2. Februar 2003 war seine zweite Amtszeit zu Ende.
2003 wurde Havel für sein literarisches Lebenswerk mit dem Hans-Sahl-Preis ausgezeichnet. Im selben Jahr bekam er die Hanno R. Ellenbogen Award der Prague Society for International Cooperation. 2006 erhielt er den Brückenpreis der Stadt Regensburg.
Havel wurde mehrere Male, das letzte Mal 2004, für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. 1997 heiratete er die Schauspielerin Dagmar Veškrnová.
Christopher & Sven Stoll
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Der Prager Frühling 1968
= Bezeichnung für Bemühungen der tschechoslowakischen kommunistischen Partei unter Alexander Dubcek im Frühjahr 1968, die ein Liberalisierungs- und Demokratisierungsprogramm durchsetzen wollte
= 2 gegensätzliche Vorgänge:
Durchsetzung des Liberalisierungs- und Demokratisierungsprogramms
gewaltsame Niederschlagung dieses Versuchs am 21. August 1968 durch Truppen des Warschauer Paktes
In allen Staaten der ehemaligen Sowjetunion gab es in den 1950er Jahren immer wieder Bestrebungen die schlechte wirtschaftliche Situation und politische Unfreiheit durch den „Kampf“ um mehr Eigenständigkeit zu verbessern. Sie wurden jedoch immer schon im Keim erstickt.
Beim Prager Frühling im Jahr 1968 handelt es sich erstmals um einen „von oben“ eingeleiteten Versuch einer friedlichen Reformierung des Systems. Durch Reformen wie z.B. die Einführung einer sozialistischen Marktwirtschaft und die Zulassung autonomer Gewerkschaften und privat geführter Kleinbetriebe sollen helfen die Krise des sowjetischen Systems zu beseitigen.
Die ebenso neu gewonnene Presse- und Versammlungsfreiheit machen es möglich, dass Ludvik Vaculik, ein bekannter Schriftsteller, das „Manifest der 2000“ Worte verfasst, in welchem er die alte Führung der kommunistischen Partei wegen Inkompetenz sowie Korruption verurteilt und zu Streiks auffordert. Dieses Manifest wird in den folgenden Wochen von mehr als 10000 Menschen unterschrieben, darunter prominente Wissenschaftler, Künstler und
Daraufhin locken die Warschauer-Pakt-Staaten die CSSR in eine Falle: sie erteilen der tschechoslowakischen Armee den Befehl, ihre westlichen Grenzen massiv zu sichern.
So können am 21. August 1968 die Truppen der Sowjetunion, Polens, Ungarns und Bulgariens in die CSSR einfallen, ohne auf Gegenwehr von Seitens der Armee zu stoßen.
Doch das Volk übt einen gewaltlosen Widerstand aus. In Ortschaften werden z.B. Schilder, die nach Prag weisen falsch aufgehängt, so dass große Truppenteile im Kreis laufen oder auf im Wald endende Wege geleitet werden. Die Einwohner Prags vertauschen Straßenschilder, übermalen Hausnummern und an tausenden Haustüren sind nun die Namen Dubceks und der anderen Reformer zu lesen. Ebenso reden sie mit den Soldaten und überzeugen sie von den Vorteilen des Prager Frühlings, so dass die Truppen bereits nach 2 Tagen ausgewechselt werden müssen.
All diese Bemühungen können jedoch nicht verhindern, dass Dubcek und die restlichen Reformer gefasst werden und das „Moskauer Protokoll“ unterzeichnen müssen, das die Aufhebung fast aller Reformprojekte enthält. Dies ist das Ende des Widerstandes der Bevölkerung und somit auch das Ende des Prager Frühlings.
Die Folgen des Prager Frühlings 1968:
160000 Menschen, in erster Linie Facharbeiter und Intellektuelle, verließen die Tschechoslowakei und wanderten nach Österreich aus.
Aus Protest gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings verbrennen sich der Student Jan Palach und Jan Zajic öffentlich auf dem Wenzelsplatz.
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Laterna Magika – Das Schwarze Theater Prags
Die Geschichte
1958 entwickelten der Regisseur Alfréd Radok und der Bühnenbildner Josef Svoboda für den tschechischen Pavillon der EXPO-Weltausstellung in Brüssel eine Inszenierung mit dem Namen „Laterna Magika“.
„Laterna Magika“, lateinisch für „Zauberlaterne“, ist ursprünglich die Bezeichnung für ein Bildprojektionsgerät, das vom 17. bis 20. Jahrhundert auf Jahrmärkten und Messen vorgeführt wurde und dessen Bilderserien sowohl zur Unterhaltung als auch zur Erziehung des Volkes genutzt wurden.
Nachdem dieses erste Projekt auf der Messe in Belgien einen großen Erfolg hatte, wurde sie weltweit zu Gastspielen eingeladen. Bald gründete sich ein festes Ensemble und eine Bühne in Prag unter gleichem Namen. Alfréd Radok, einer der wichtigsten tschechischen und europäischen Intendanten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, war bis 1959 ihr künstlerischer Leiter. Josef Svoboda, der als einer der größten Bühnenbildner der Welt gilt und unter anderem das sogenannten „szenischen Bühnenbild“ und den Polybildschirm entwickelt hat, übernahm ab 1973 die Rolle des Kunstchefs des Theaters.
Mitte der 80er Jahre wurde die Laterna Magika Bestandteil des Nationaltheaters in Prag und zog daraufhin vom Palais Adria in die Nová scená („Neue Bühne“).
Das Gebäude der Nová scená wurde von 1977 bis 1983 neben das des Nationaltheaters gebaut und beherbergte zunächst ein anderes Theater. Eine prächtige Glasfassade prägt die Front des Gebäudes, dessen Inneres mit grünem Marmor aus Kuba verziert ist. Der Zuschauersaal ist wesentlich schlichter gestaltet und richtet sich wie ein antikes Amphitheater zur Bühne.
Das Prinzip
Die Laterna Magika ist ein Schwarzlichttheater, das vollkommen auf Sprache verzichtet und stattdessen vielmehr Pantomime, Tanz, Musik, Licht und Bild in den Mittelpunkt rückt. Der Pantomimeeffekt des klassischen Schwarzlichttheaters wird mit Lichtprojektionen und Videotechnik ergänzt. So werden Filmbilder auf Leinwänden in die Darstellung der Schauspieler und Tänzer auf der Bühne integriert.
Das Geschehen auf der Leinwand wird durch trickreiche Übergänge mit dem Geschehen auf der Bühne verbunden. Zwar beeinflussen sich die Handlung der Bühne und die des Films, doch soll die Bühne stets Bühne und der Film stets Film bleiben. Der Zuschauer soll das Theater als „visuelle Zusammenfassung der szenischen Imagination“ wahrnehmen. Ziel dieses Theaters ist es, die versteckte Wahrheit ins Bühnenlicht zu holen und deren Wahrnehmung durch die ständige Erzeugung von Illusionen zu verändern.
Dazu hat die Laterna Magika ein breites Spektrum an Mitteln zur Verfügung und nutzt für jedes ihrer Stücke ein anderes Prinzip der Verbindung zwischen Leinwand und Bühne. So wurden in den vergangenen Jahren mehr als 30 Bühnenstücke und Projekte entwickelt.
Das Stück
Das Stück „Graffiti“ ist eine Aufführung der jüngsten Generation des Theaterensembles. Es erzählt die Geschichten vierer Menschen, die in einer pulsierenden Großstadt leben. Auf Grund der vorherrschenden Hektik und ständigen Ausdehnung der Stadt ist eine regelrechte Oberfläche bunter, neuartiger Zeichen und Symbole entstanden, die die zwischenmenschlichen Beziehungen verdeckt. Die Theaterschaffenden möchten den Zuschauer auffordern unter diese Oberfläche zu tauchen und die menschlichen Begebenheiten, die sich darunter abspielen, zu ergründen.
Getreu dem Motto der Laterna Magika verschmelzen dynamische Animationen auf den Leinwänden mit modernen Choreografien auf der Bühne.
Kathrin Schäfer
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Tschechien nach 1989 – Von der Tschechoslowakei zum EU-Mitglied
Am 17.November 1989 unterdrückt die Polizei Studenten-Demonstration, woraufhin mehrere Großdemonstrationen folgen. Zwei Tage später wird das Bürgerforum die tragende Kraft der Samtenen Revolution. Am 10.Dezember 1989 tritt der Präsident Gustav Husak zurück. In den folgenden Wochen wird Alexander Dubcek zum Präsidenten der Föderalversammlung gewählt. Am Tag darauf findet die Wahl durch Föderalversammlung von Vaclav Havel zum Präsidenten der CSSR statt, woraufhin am 8. Juni 1990 die ersten freien Parlamentswahlen stattfinden. Einen Monat später wird Vaclav Havel zum Präsidenten der ganzen CSFR gewählt. Durch diese Veränderungen tritt CSFR im Februar 1990 dem Europarat bei. Im Dezember 1991 wird das EG- Assoziierungsabkommen unterzeichnet, welches im Februar ´95 in Kraft tritt. Nach den Parlamentswahlen wird Vaclav Klaus zum Ministerpräsident. Gegen den Willen der Bevölkerung vereinbaren der Ministerpräsident der Slowakei Vladimir Meciar und Vaclav Klaus die Teilung der Tschechoslowakei, anstatt wie Havel es wünscht eine neue föderale Regierung gemeinsam zu bilden. Dies löst eine Feindschaft zwischen Havel und Klaus aus. Im Juli ´92 tritt Vaclav Havel von seinem Amt als Präsident zurück. Am 25. November ´92 wurde das Gesetz über die Auflösung der CSFR verabschiedet. Die neue Verfassung der tschechischen Republik wird als demokratischer Rechtsstaat verabschiedet. Ab dem ersten Januar 1993 sind Tschechien und Slowakei zwei unabhängige Staaten. Im Juni ´93 tritt das nun unabhängige Tschechien dem Europarat bei, später auch noch nicht ständiges Mitglied des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen. Im November ´93 treten sie der OECD bei. Zwei Jahre später wird die Deutsch-Tschechische Erklärung unterzeichnet. Im November 1997 tritt Vaclav Klaus nach einer Spendenaffäre zurück, sein Nachfolger wurde Josef Tosovski. Zwei Jahre später wird erneut Vaclav Havel Präsident, in diesem Jahr auch tritt Tschechien der NATO bei. Im September 200 findet das treffen des internationalen Währungsfonds und der Weltbank statt, dies führt zu Straßenunruhen und Demonstrationen, die Feindschaft zwischen Havel und Klaus bricht erneut hervor. 2003 wird Klaus zum Präsidenten der tschechischen Republik gewählt. Im Jahr 2004 ist Tschechien soweit und tritt der EU bei.
Derzeit ist Tschechien ein vollauf demokratisches Land mit einer stabilen politischen Kultur und mit zunehmender wirtschaftlicher Stärke. Die positiven Folgen der wirtschaftlichen Transformation und der demokratischen Verwaltung sind offensichtlich: Der steigende Lebensstandard der Bevölkerung ist beachtlich. Er erreicht einige Standards innerhalb der Europäischen Union.
Lejla Corovic & Lera Lauer
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